Geflüchtete Kinder: Unser Handeln ist gefragter denn je

"Wir wollen, dass Oberhavel fünf minderjährige, unbegleitete Flüchtlingskinder aus Griechenland aufnimmt und für deren Schutz eintritt. Gemeinsam mit den Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke haben wir im März den Antrag 'Humanitäre Aktion für unbegleitete minderjährige Geflüchtete' in den Kreistag eingebracht. Weil wegen des Coronarisikos alle Sitzungen ausgesetzt sind, konnte er aber noch nicht beschlossen werden. Um keine weitere Zeit zu verlieren, fordern wir den Landrat auf, dazu die Bereitschaft des Landkreises Oberhavel gegenüber dem Land Brandenburg anzuzeigen und alle nötigen Schritte bis zur Aufnahme der fünf Flüchtlingskinder zu gehen", erklären Sabine Fussan und Patrick Krüger, die Vorsitzenden der Fraktion SPD/LGU/Tierschutz im Kreistag.

 

Der Antrag an den Kreistag ist inzwischen formal zurückgezogen. "Gleichwohl bleibt unser humanitäres Anliegen bestehen und hat für uns weiter eine große Wichtigkeit", so die Vorsitzenden. Und weiter: "Die desolate Lage für Geflüchtete in Griechenland wird durch die gegenwärtige Situation noch verschärft. Sie leben in völlig überfüllten Auffanglagern unter unmenschlichen Umständen. Mädchen und Jungen sind der Gefahr von Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung ausgesetzt. Am verletzlichsten sind unbegleitete Kinder, die ohne Angehörige unterwegs sind. Es geht darum, diesen Schwächsten zu helfen und ihnen bei uns Schutz und eine Perspektive zu bieten."

Fussan und Krüger erläutern: "Schon Ende 2019 hat die EU-Kommission auch Deutschland aufgefordert, besonders gefährdete Kinder und Jugendliche aufzunehmen. Wir wollen dies unbedingt tun und dem Beispiel von Potsdam, Frankfurt/Oder und vielen anderen Kommunen folgen. Ohne Essen, Wasser und ein Dach über dem Kopf brauchen diese jungen Menschen dringend unsere humanitäre Hilfe. Sie erleben dort Elend und Enge und die quälende Ungewissheit, wie es weitergeht. Wir können unsere Herzen und unsere Türen für junge Menschen in Not nicht verschließen." (SF)