Kreistag diskutiert Konzept: Mehr Mobilität für alle

Menschen wollen sicher und zeitnah von einem Ort zum anderen gelangen, um Freunde oder Angehörige zu treffen, Schule oder Arbeitsplatz zu erreichen, Güter zu erwerben und Dienstleistungen wahrzunehmen – schlicht: Sie sind mobil, und zwar sieben Tage die Woche und rund um die Uhr. Wie wir Mobilität neu denken und zukunftsfest aufstellen können, damit beschäftigt sich das Mobilitätskonzept 2040 des Landkreises Oberhavel.

Für die Kreistagsfraktion SPD/LGU/Tierschutz ist klar: Nur mit einer Vielfalt an Maßnahmen gelingt die ökologische Wende und lässt sich der Verkehrskollaps in der Metropolregion verhindern. Wir wollen mehr Mobilität für alle und ein Miteinander von Bussen, Bahnen, Autos, Fahrrädern, Fußgängerinnen und Fußgängern. Das Mobilitätskonzept liefert den Rahmen für eine zukunftsfähige Infrastruktur auf Schienen, Straßen und Wegen. Und es hilft dabei, mehr Menschen zum Umstieg auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und das Fahrrad zu bewegen und den Verkehr für alle sicherer zu machen.

"Wir unterstützen nicht nur die schnellstmögliche Taktverdichtung der S 1 auf 10 Minuten, sondern wollen die 10-Minuten-Taktung für alle S-Bahnlinien, die in Oberhavel enden", erläutert der Zehdenicker Kreistagsabgeordnete Hartmut Leib die Vorschläge unserer Fraktion. "Schnellstmöglich muss auch die RE-Bahnhaltestelle in Birkenwerder realisiert werden, insbesondere um Pendlerinnen und Pendlern eine Alternative zu bieten. In diesem Sinne sind ebenso eine Durchbindung der Kremmener Bahn bis zum Bahnhof Gesundbrunnen und die Wiederherstellung der Heidekrautanbindung-Stammstrecke mit dem Ast Liebenwalde und der empfohlenen Bahn-Bus-Anbindung nach Zehdenick wichtig. Wünschenswert ist die Anbindung von Templin via Zehdenick an die BER-Regionalbahn."

Neben den Lückenschließungen und Taktverdichtungen plädiert die Fraktion für mehr Spätverbindungen insbesondere an den Wochenenden, um zum Beispiel Kulturangebote besser nutzen zu können. "Darüber hinaus gilt es neue Verknüpfungspunkte und neue Verbindungslinien zu schaffen, um Bus und Bahn noch attraktiver zu gestalten. Mehr Vielfalt und optimale Verknüpfungen der Bahn-Anschlüsse untereinander und zwischen Bahn und Bus sind die wesentlichste Voraussetzung für einen intensiv genutzten ÖPNV", so Leib. Und weiter: "Wenn wir wollen, dass mehr Menschen mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs sind, ist das eine gewaltige Herausforderung für den Landkreis in Zusammenarbeit mit den Kommunen. Dabei haben Rad- und Fußverkehr als aktive Bewegung zur Gesundheitsförderung sowohl im Privatleben und beim Tourismus als auch im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements Bedeutung. Insofern begrüßen wir den weiteren Bau von Radwegen und Fahrradschnellstraßen."

Viele Kommunen beklagten den teils starken Durchgangsverkehr vor allem durch LKW. "Mehr Tempo 30 kann Abhilfe schaffen", betont Hartmut Leib. "Deswegen plädieren wir für ein Pilotprojekt, das ermitteln soll, wie sich die Verkehrssicherheit und Lebensqualität in Kommunen entwickelt, in deren Grenzen ausschließlich Tempo 30 gilt. Insgesamt geht es darum, Verbindungen zu fördern, die das Unterwegssein und die alltägliche Versorgung verbinden. Mobilität ist nicht nur ein Garant für Lebensqualität, Selbstbestimmung und hohen Freizeitwert, sondern auch ein alltagspraktisches Erfordernis." (SF)