Schulentwicklung aus einem Guss – Vorsorge treffen für S-Bahn-Gemeinden

Foto: NeONBRAND auf Unsplash
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Der Landkreis soll möglichst alle Oberschulen in Oberhavel in seine Trägerschaft übernehmen. Ferner soll er mit der Suche nach einem geigneten Grundstück für den Neubau eines Gymnasiums in den S-Bahn-Gemeinden beginnen. Dies schlägt unsere Kreistagsfraktion SPD/LGU/Tierschutz vor, die entsprechende Anträge an den Kreistag eingereicht hat. "In diesem Jahr stellt der Kreistag mit einem neuen Schulentwicklungsplan die Weichen für die Erweiterung und den Neubau von Schulen. Wo, was und in welcher Größe gebaut werden muss, gibt uns die Bedarfsermittlung vor", erläutert Annemarie Wolff, die schulpolitische Sprecherin der Fraktion. Und weiter: "Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Schulplätze an den Gymnasien in den S-Bahn-Gemeinden nicht ausreichen werden. Allerdings ist der Platz in den dichtbesiedelten Kommunen für Infrastrukturvorhaben auch eng bemessen. Deshalb ist es dringend notwendig, schon parallel zur Erstellung des Schulentwicklungsplans nach geeigneten Flächen zu suchen."

 

Zu dem zweiten Antrag erklärt sie: "Wir sind dafür, dass der Landkreis nunmehr alle Oberschulen in seine Trägerschaft übernimmt. Nach dem Brandenburger Schulgesetz sollen die Landkreise und kreisfreien Städte Träger der weiterführenden Schulen sein. Aktuell betreiben die Städte und Gemeinden sowie das Amt Gransee und Gemeinden noch sieben weiterführende Schulen in Eigenregie. Das wollen wir ändern, um so zu einer Schulentwicklung zu kommen, die aus einem Guss entstanden ist. Damit wollen wir auch gleichbleibende Ausstattungsstandards auf hohem Niveau für alle Schülerinnen und Schüler in Oberhavel sichern."

 

Hintergrund: Schulentwicklungsplan

Der Kreistag wird voraussichtlich im Herbst 2021 die sechste Fortschreibung des Schulentwicklungsplans beschließen. Dieses Planwerk hat zum Ziel, ein möglichst wohnortnahes und alle Bildungsgänge umfassendes Schulangebot sicherzustellen. Ferner sollen die erwartete Nachfrage an Schulplätzen aufgenommen und die Grundlage für eine zukunftsorientierte Entwicklung der Bildungslandschaft geschaffen werden. In den kommenden Jahren sind bereits umfangreiche Investitionen in die kreisangehörigen Schulen geplant. So wird zum Beispiel aktuell ein Erweiterungsbau für das Hedwig-Bollhagen-Gymnasium in Velten realisiert und für die Exin-Förderschule in Zehdenick entsteht ein dringend benötigter Neubau.

 

Eine Sondersitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport im Januar bildete den Auftakt für die Debatte zum neuen Schulentwicklungsplan. Die beiden nun eingereichten Anträge sind in Auswertung dieser Sitzung entstanden. Darüber hinaus ist noch ein Antrag unserer Fraktion im Verfahren, der vorsieht, eine mögliche Übernahme des sich in privater Trägerschaft befindlichen Gymnasiums in Glienicke sowie den Ausbau des Marie Curie Gymnasiums in Hohen Neuendorf zu einem 6-zügigen Gymnasium zu prüfen.